Wertewerkstatt



frohe weihnachten PDF Drucken E-Mail
20. 12. 2013


Auch dieses Jahr stand ich vor der sehr schweren Entscheidung (wink) über die Weihnachtstage zu meiner Mutter nach Florida zu fliegen. Manche werden jetzt sicher stöhnen und sich wünschen dieser Kälte und Feuchte hier bei uns zu entfleuchen. Zuletzt war ich vor 2 Jahren zum Jahreswechsel auf 2012 bei ihr. Damals lebte sie noch in einem anderen Haus – die amerikanische Eigenheit des häufigen Häuserwechsels hat sie bereits gut einverleibt. Ich war 2 Wochen bei ihr, reiste mit einem gemieteten Cabriolet quer durch den Bundesstaat von der Ostküste zur Westküste nach Miami Beach, runter die Florida Keys bis nach Key West. Rauchte kubanische Zigarren, schwamm im himmelblauen warmen Meerwasser, habe Alligatoren gestreichelt, war jeden Tag an einem anderen Ort mit anderen Erlebnissen. Besuchte A.T. Edison und Hemingway schlief in teuren Wellnesshotels auf den Keys bis hin zu schäbigen Holzhütten in den Everglades, tanzte mit Seminolen - dem Indianerstamm in den Everglades, raste mit einem Airboat durch Mangrovenwälder usw.


 
eros statt ego PDF Drucken E-Mail
30. 11. 2013


Von klein auf wurde uns gesagt: Nimm dich selbst nicht so wichtig. Die Erziehung, die Eltern, das Umfeld hat uns das ständig gesagt. Aber doch! Man soll sich selbst am wichtigsten nehmen! Wir sollen uns selbst lieben lernen um andere lieben zu können. Selbst in unserem katholisch geprägtem Land ging das königliche Gesetz von Jesus Christus verloren, das da lautet: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Stattdessen treibt uns die Sehnsucht nach Vollkommenheit an. Und diese Vollkommenheit, die bessere Hälfte, versuchen wir im Anderen zu finden. Wir denken, das was uns fehlt, was wir in uns selber missen, in Anderen finden zu können und uns dadurch ganz zu machen. Rund zu machen. Was natürlich nicht gehen kann. Das wurde ja auch ideologisiert über Jahrzehnte und Jahrhunderte in immer enger werdenden Feedbackschleifen. Die Reflexion reicht auch nicht mehr bis zur Wurzel. Die ideologisierten Reflexionsschleifen werden in immer kleineren Kreisen gezogen und entfernen sich von Schleife zu Schleife immer weiter von der Wurzel des Ursprünglichen. Das was heute übrigblieb ist, dass viele als Junkie im Leben wandeln.


 
Kommunikation und Ethik PDF Drucken E-Mail
30. 10. 2013


Ich habe in letzter Zeit viel über Kommunikation nachgedacht. Auch über meine eigene. Inspirierend dazu war vorallem ein Vortrag vom Philosoph Julian Nida-Rümelin. Ich beschäftigte mich mit der Vorstellung wie sehr unser aller Kommunikation  der Ethik unterliegt. Ich meine nicht den Appellcharakter der Ethik von der Kanzel herab, wie eine Sonntagsrede oder der Zynismus mancher Personen darüber was menschliche Praxis eigentlich ausmacht. Und dann gibt es da eben das Phänomen der Kommunikation. Menschen sind ja kommunizierende Wesen und das permanent. Wir positionieren unsere Interessen und Ziele immer in einem kommunikativen Zusammenhang.


 
Ein Tugendkatalog PDF Drucken E-Mail
15. 10. 2013



Ich will keine starke Frau sein. Ich will keine starke Frau sein müssen. Nur wenn ich will. Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Ich würde auch als Mann nicht dazu verdonnert werden wollen ein starker Mann zu sein. Sagen wir es so: Ich will kein starker Mensch sein müssen, jedenfalls nicht anhaltend. Ich will auch schwach sein dürfen. Unsicher. Zweifelnd. Melancholisch. Statt zuversichtlich und gut drauf. Das alles bin ich, aber ich sollte es tunlichst nicht zugeben und schon gar nicht zeigen. Warum denn nicht, Herrgott noch einmal? Was spricht dagegen, einfach ein Mensch zu sein? Warum ist es auf einmal eine Tugend, keine Schwächen an sich zuzulassen, ja, tunlichst überhaupt keine an sich zu entdecken?


 
Wozu ist das gut? PDF Drucken E-Mail
30. 09. 2013


Manchmal werde ich gefragt, warum ich gerade als Frau keinen Wert auf gegenderte Sprache lege. Und ja, es ist sogar so, dass ich es überall bewusst vermeide sofern ich beruflich nicht an ein CI gebunden bin. Bei schriftlichen Ausarbeitungen und auch in meiner verbalen Kommunikation ist dieser Ansatz in meinen Gedanken schlicht nicht existent. Sicherlich habe ich gerade als Frau in dieser Hinsicht Männern gegenüber einen, mir allerdings nicht als solch empfundenen, Vorteil. Männer, die ihre Kommunikation nicht gendern, haben die latente „sich ducken müssen-Haltung“ um Vorwürfen nach fehlender politischer Korrektheit auszuweichen. Das Gefühl der permanenten Erwartung an eine politisch korrekte Form der Kommunikation habe ich nicht.


 
Die Kirche - ein Feldlazarett PDF Drucken E-Mail
23. 09. 2013


Kürzlich habe ich den Medien entnommen, dass unser Papst Franziskus in einem Interview mit Antonio Spadaro meinte: "Ich sehe ganz klar, dass das, was die Kirche heute braucht, die Fähigkeit ist, die Wunden zu heilen und die Herzen der Menschen zu wärmen - Nähe und Verbundenheit. Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht. Man muss einen schwer Verwundeten nicht nach Cholesterin oder nach hohem Zucker fragen. Man muss die Wunden heilen. Dann können wir von allem Anderen sprechen. Die Wunden heilen. Man muss unten anfangen.“

Klare kritische Worte des Herrn aus Rom, die in den eigenen Reihen sicher nicht nur auf Unterstützung stoßen. Jedenfalls beobachte ich schon seit einiger Zeit seine Taten und Worte. Aber mehr noch machte ich mir Gedanken über die Gemeinsamkeit von Dorfpfarrern und renommierten Weiterbildungsinstituten. Klingt komisch? Ist aber so.

Ich war einige Jahre in einer Organisation tätig, die Management und Leadership Trainings für Führungskräfte anbietet. Ihr wißt schon, Trainings für Entscheider und Manager, die bei Kommunikationsfähigkeit, Führungsstil, Selbstmanagement, verantwortlicher Mitarbeiterführung und ähnlichem helfen sollen.


 
Angepasste Hosenscheißer PDF Drucken E-Mail
18. 09. 2013


Kürzlich war ich in Laxenburg bei einer Diskussion in der es vor allem um die Politikverdrossenheit von jungen Menschen und deren Ursachen ging. Da bei prägnanten unverkennbaren glasklaren Phrasen und Wortkreationen meine Aufmerksamkeit ansteigt, blieben mir an diesem Abend zitierte Äußerungen vom Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier im Gedächtnis hängen. Er gruppiert Jugendliche in „angepasste Hosenscheißer“ oder in „karrieregeile Egoisten“. Seine gesellschaftskritische Analyse ergab, dass Jugendliche zwar denken eine pessimistische Zukunftsperspektive zu haben, diese wird aber nicht für das eigenen Leben gesehen. Jugendliche denken, dass ihnen mit Hilfe von notgedrungener Angepasstheit das eigene Leben gelingen werde. Jugendliche sehen das als Methode um Chancen in ihrem Leben zu erhalten.

Da denke ich mir schon, dass diese Entwicklung nicht gewünscht sein kann. Ich war immer der Meinung, dass es wichtig ist für junge Menschen in Alternativen zu denken, der Anpassung zu entfliehen und mit neuen Wegen eine eigene Lebensperspektive aufzubauen.


 
Luftballon PDF Drucken E-Mail
17. 09. 2013

luftballon
Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Eventuell kennt ihr eine ähnliche Geschichte. Eine Geschichte kann viel Kraft haben, wenn sie das Publikum teilhaben lässt und das Wichtigste: Sie muss emotional berühren. Im Idealfall wird durch die Geschichte eine größere Wahrheit offenbart oder bestätigt, die unser Verständnis dafür vertieft, wer wir Menschen sind und was uns ausmacht. Eine Geschichte muss von Menschen und deren Motiven handeln die ihn treiben. Sie zeigt nicht unbedingt die besten Entscheidungen, manchmal die fürchterlichsten, aber sie sollten für das Publikum nachvollziehbar sein. 


 
Angst PDF Drucken E-Mail
21. 06. 2012


Ängste sind es, die den Mensch dumpf machen. Sie sind ständig auf Angriff sich selbst gegenüber. Und noch mehr in Angriff mit dem Gefühl Liebe. Aus Angst nehmen sie Rücksicht. Sie sprechen von Liebe, aber sie wissen nichts darüber. Erbarmungsloser Egoismus wird auch permanent zur angesagten Qualifikation erklärt. Zu guter Letzt kombiniert mit einem eklatanten Mangel an Unrechtsbewusstsein. Sich keiner Schuld bewusst sein. Überzeugt sein vom Vorrang der eigenen Begehrlichkeiten. Man muss sich eben gut verkaufen! Muss man? An wen? Ich bin dafür, dass wir uns behalten.

Oft heißt es: Die Feigen werden vom Leben besser belohnt, als jene die etwas riskieren. Jene die es wagen den Berg bis auf die Spitze zu erklimmen, werden von jenen, die im Tal in der Hütte sitzen und auf die Bergspitze schauen, ausgelacht.


 
Ver-ANTWORT-ung PDF Drucken E-Mail
31. 10. 2011

Wenn in China 18 Menschen an einem totgefahrenen 2jährigen Mädchen vorbeigehen, kommt man in die Versuchung einem Volk tief in die Seele zu schauen. Ein Land in dem Helfer in der Not fürchten selbst in Schwierigkeit zu geraten. Ein Land in dem sich die Gesellschaft so sehr und rasch ändert. Ein Land in dem das Fundament und klare Verantwortlichkeit fehlen. In einer Gesellschaft die nicht glücklich ist, gibt es keine Gegenseitigkeit der Wärme. Wenn man sich selbst schutzlos fühlt, wie soll man andere beschützen können? Wie kann also hier überhaupt eine geteilte Verantwortung leben? Verantwortung ist eine Tugend die erst kulturell geprägt werden muss.
 
In Ver-antwort-ung steckt Antwort. Antwort geben. Vor allem sich selbst Antwort geben können. Dazu muss der Mensch schon in jungen Jahren gelernt haben kritisch zu hinterfragen und Haltungen erarbeitet haben. Wie immer mehr mittlerweile auch öffentlich zu äussern getrauen, werden junge Menschen in ein Bildungssystem gesteckt und einer Gehirnwäsche unterzogen, die mit Einzelbenotung, Frontalvortrag und Auswendiglernen jeglichen Keim eines Sinnes von Verantwortung abtötet. Also wie soll das funktionieren, wenn stattdessen gedankenlose Übernahme von fremdem Wissen gefördert und belohnt und selbständiges und abnormes Fragen stellen aber erschwert und ausgegrenzt wird? 
 
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